Jahrestagung Kirchliche Erwachsenenbildung und Innovationspreis ethische Weiterbildung 2017

Die KiLAG, Landesarbeitsgemeinschaft für Kirchliche Erwachsenenbildung, hatte zu ihrer ersten Jahrestagung am Freitag, 17.11.2017 eingeladen. Der derzeitige Vorsitzende, Pastor Wilfried Röcker, konnte über 100 Teilnehmer/innen begrüßen - ein gelungenes Signal für Austausch und Ökumene. Gäste waren unter anderem auch Herr Staatssekretär Schebesta, Herr Oberkirchenrat Baur und Frau MdL Lösch sowie weitere Vertreter*innen aus dem Kultusministerium.   

Dr. Nils Köbel von der Katholischen Hochschule Mainz referierte über Werte und Normen. Mit prägnanten Beispielen führte er in die die Komplexität des Themas ein und verdeutlichte den Alltagsbezug zur Bildungsarbeit. Er führte aus, dass das Leben in Gesellschaften durch Normen geregelt wird. Diese werden in Verfassungen, Gesetzen und Verordnungen formuliert und sind sozusagen „objektiv“. Dagegen sind Werte immer etwas Subjektives und entstehen in bzw. erklären sich aus der Biographie eines Menschen. Sie sind narrativ vermittelbar, aber nicht durch Überzeugungsarbeit übertragbar. Trotzdem sind sowohl Normen wie auch Werte wandelbar und gerade die Allgemeine Erwachsenenbildung kann Räume schaffen, die Begegnung und kulturelles Lernen ermöglichen. Hierbei ist Kommunikation und Austausch wichtiger als Belehrung.

Im Anschluss an den Vortrag fand ein Podiumsgespräch statt, das mit kurzen Statements der eingeladenen Gäste aus Politik und Erwachsenenbildung eröffnet wurde, per Video war auch ein Statement von Herrn Dr. Huba als Vertreter der vhs zugeschaltet.

Am Nachmittag vertiefte Dr. Nils Köbel sein Referat und die Teilnehmer/innen konnten dann in einem „Werte-Café“ selbst aktiv werden. Fünf Thesen konnten in Kleingruppen aktiv und kreativ diskutiert werden: „Überzeugen oder Verstehen?“, „Was darf ich? / Was will ich?“, „Welche Werte habe ich?“, „Gemeinsamkeit oder Differenz?“ und „»Man« soll oder »ich« will“. 

Ein Höhepunkt am Vormittag war die Preisverleihung des Innovationspreises ethische Weiterbildung, der von der KiLAG und der Karl Schlecht Stiftung verliehen wurde. Hierbei wurde deutlich, in welch breitem Spektrum die Allgemeine Erwachsenenbildung aktiv ist. 20 sehr unterschiedliche Projekte waren eingereicht worden, von Angeboten in der Flüchtlingsarbeit über spezielle Abende für aktive Frauen, bis zu Projekten gegen Altersarmut, Bildungsreisen, Seniorenarbeit aber auch Interkulturelles und -religiöses Lernen und einer interaktiven Schatzsuche war alles dabei. Drei Projekte wurden besonders ausgezeichnet, aber „Verdient hätten es alle!“ da war sich das Preiskomitee einig. 

Den ersten Preis erhielt das Evangelische Kreisbildungswerk Stuttgart für „Salam: Frieden machen. Eine Dialogveranstaltung mit ehemaligen libanesischen Bürgerkriegskämpfern für junge männliche Flüchtlinge aus Syrien und hauptamtlichen Helferinnen in Stuttgart.“

Den 2. Platz erhielt die Katholische Erwachsenenbildung Kreis Göppingen e.V. für eine Veranstaltung mit Politikern, gehalten in einfacher Sprache: „Wahlprogramme einfach erklärt“  

Der 3. Platz ging an das Evangelische Bildungswerk im Landkreis Esslingen für seine Veranstaltungsreihe „Bizeps & Bibel / Leib-Seele-Kraftquellen“.

Fazit dieser ersten KiLAG Jahrestagung: Inhaltlich und organisatorisch ein voller Erfolg!

Wer mehr wissen will über die Veranstaltung oder die eingereichten Projekte findet die Informationen auf der Homepage der KiLAG www.kilag.de oder unter KiLAG-Jahrestagung