Bunte Vielfalt schätzen lernen - Multikulti in der Seniorenarbeit?!

Zu diesem interessanten und aktuellen Thema fand am 12. November in der EmK-Christuskirche Ludwigsburg der Fachtag Seniorenarbeit  statt. Die Fachkommission Seniorenarbeit in der SJK hatte eingeladen und Christine Carlsen-Gann konnte über dreißig Teilnehmende zu diesem 3. Fachtag begrüßen.

Am Vormittag führten zwei ganz unterschiedliche Referate in das Thema ein. Am Anfang des Referates von Professor Christof Voigt, Theologische Hochschule Reutlingen, zum Thema »Pluralismus« stand eine Begriffsklärung: Pluralität bedeutet nach dieser Definition eine »Vielzahl«, also ein quantitatives Nebeneinander. Pluralisierung meint die Zunahme von Pluralität, beschreibt also einen Prozess und Pluralismus bedeutet ein qualitatives Miteinander, letztendlich »die gewollte Orientierung an Vielfalt, das Programm der grundsätzlichen Anerkennung und Förderung von Vielfalt.« Zwei Thesen bildeten die Grundlage für den weiteren Vortrag:

These 1: Die Kirche - und da v.a. die Evangelisch-methodistische Kirche unter dem Wesley-Wort: Denken und denken lassen - soll die Pluralität in Gesellschaft und Kirche anerkennen und gutheißen.

These 2: Die Kirche sollte für Pluralismus, also für die Anerkennung von Pluralität, in der Gesellschaft und in der Kirche selbst eintreten. 

Christof Voigts Ausführungen ermutigten uns, in Kirche, Gemeinden und auch Seniorenarbeit »bunte Vielfalt zu schätzen«. 

Pastorin Ulrike Burkhardt-Kibitzki hatte es übernommen, auf dieser Grundlage in einem zweiten Referat die für die Seniorenarbeit relevanten Aspekte von »Pluralismus« zu beleuchten. Sie konnte deutlich machen, wo wir in unserem kirchlichen Umfeld vielfältigen Lebens- und Denkweisen und Traditionen begegnen. Mit alten Fotografien aus Gemeinde- und Kirchenleben zeigte sie uns ganz konkret, wie »bunte Vielfalt« auch schon vor 100 Jahren erkennbar war! Sie lud dazu ein, Vielfalt als einen Schatz zu sehen, der - gerade auch in der Seniorenarbeit - den Blick weitet und Menschen unterschiedlicher Prägungen als Mitmenschen ernst nimmt. 

Am Nachmittag gab es Gelegenheit, in drei unterschiedlichen Gruppen den Austausch über besondere Aspekte der »Pluralität« zu vertiefen. Mit Pastor i.R. und Psychotherapeut Alfred Schaar wurde das Thema  im Hinblick auf die eigene Biografie und Familiengeschichte betrachtet. Pastor Michael Burkhardt, Seniorensekretär der SJK, kam mit den Teilnehmenden ins Gespräch über die herausfordernde Vielfalt in den Gemeinden und Ulrike Burkhardt-Kibitzki fragte nach konkreten Auswirkungen und innovativen Ideen für die Seniorenarbeit. 

Nicht zuletzt trug sicher die freundliche Unterstützung und super Verpflegung durch die Gemeinde in Ludwigsburg und Pastor Hans Martin Brombach zu einen guten Gelingen bei.

Ein Teilnehmer formulierte sein Fazit dieses Tages so: »In den Gemeinden bringen sich viele Leute kreativ und engagiert ein!«