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Europäisches Jahr für aktives Altern 2012

Ein Kommentar von ZK-Seniorensekretärin Ulrike Burkhardt-Kibitzki

Am 6. Februar wird Ministerin Schröder das „Europäische Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen 2012“ ausrufen. In der ganzen EU soll in diesem
Jahr der Blick auf den demografischen Wandel gerichtet werden. Und die notwendigen
Veränderungen, die damit einher gehen.

Wir haben es schon oft genug gehört, dass wir eine alternde Gesellschaft sind. Aber ein konstruktiver und angstfreier Umgang damit fehlt noch weitestgehend. Keiner will älter werden und doch möchte niemand jung sterben. Wir ignorieren weitestgehend die Brisanz der Entwicklung im Pflegebereich und verdrängen nach Kräften die Mehrfachbelastung von pflegenden Angehörigen.

Es wird eine der ganz großen Herausforderungen für unsere Zivilgesellschaft und darin auch der Kirchen sein müssen, wie aktives Altern gestaltet werden kann. Die Solidarität zwischen den Generationen wird vermutlich weit mehr Einsatz und Opfer nötig machen als uns das bisher klar ist.  „Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und die Alten ehren“. Das sagt die Bibel. Wir werden uns noch kräftig darin üben müssen.

Ethische Grenzfragen nach dem Ende des Lebens, nach einem menschenwürdigen Sterben werden uns mehr beschäftigen müssen. Alternative Wohnformen, die alte Menschen bis ins
hohe Alter selbständig leben lassen, müssen weiter entwickelt werden.  Die Arbeitswelt
wird noch familienfreundlicher werden müssen. Die neu eingerichtete Familienpflegezeit, die die häusliche Pflege von Angehörigen ermöglicht, ohne dass die Pflegenden ihren Beruf aufgeben, muss in noch mehr Unternehmen gefördert werden. Hier dürfen auch die
Kirchen nicht nachstehen.
In unseren Gemeinden sollte kein Platz sein für Altersdiskriminierung. Wir sollten dazu beitragen, dass alte Altersklischees überwunden werden und neue Altersbilder kreiiert und gelebt werden.